06.01.2008
Der Ökostrom Schwindel
Der Schwindel hat System und erschüttert die Glaubwürdigkeit vieler Ökostrom-Anbieter.
Wie es sich jetzt herausstellte, liefern eine Vielzahl an Stromanbietern einen ganz anderen Strom, welchen sich die Kunden eigentlich erhofft hatten und dafür in der Regel auch Geld gezahlt haben. Der Ärger mit vermeintlich sauberen Strom ist aber kein Zufall, sondern nach allen Fakten eine bewusste Täuschung der Kunden.
Angefangen hat der Ärger mit den sogenannten RECS-Zertifikaten. Das sogenannte Renewable Energy Certificate System, welches mit RECS abgekürzt wird, ist dabei aber nicht mehr als eine Verschleierung der wahren Stromherkunft, welche zudem auch noch von Vertetern der größten Energiekonzerne in Deutschland angeführt wird.
Das Prinzip hinter dem Etikettenschwindel ist denkbar einfach und verschlägt vielen verärgerten Stromkunden die Sprache. Zuerst regestrieren sich die realen Ökostromhersteller wie etwa Wasserkraftanlagen bei der RECS. Nach Ausstellung der Zertifikate sind diese frei verkäuflich, sodass auch Anbieter von konventionellen Strom, etwa aus Kohlekraftwerken oder aus Atommeilern, diese kaufen können. Mit den Zertifikaten wird dann der eigentlich schmutzige Strom in der gleichen Menge als sauberer Ökostrom verkauft, welcher zudem auch noch einen höheren Marktwert besitzt.
Seriöse Ökostromanbieter mit wirklich sauberem Strom distanzieren sich deutlich vom RECS-System und raten Stromkunden, bei der Anbieterwahl auf die Zertifikate zu achten, z.B. das ok-Power-Zertifikat: Ökostrom zertifiziert durch das Öko-Institut, dem WWF und der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen.
Quellen: Heise Verlag, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26671/1.html